Nachfolgend beschreibe ich die Entstehung des Prototypen zur StockStoneChallenge. Der Prototyp dient in erster Linie zur Erprobung von Komponenten und Erkennung von Schwachstellen in der Konstruktion. Die Optik der Karosse lässt noch sehr zu wünschen übrig und soll bei allen nachfolge Modellen stark verbessert werden. Lies dazu auch im Abschnitt The 2nd Try!
12. Mai 2003
Nach tagelangem hin und hergerechne stehen nun endgültig die Außenmaße für den Prototypen fest. Für den Rohbau der ersten Form habe ich die Silhouetten aller Ansichten aus vorhandenem Material erarbeitet. Da im WinstonCup 4 Karosserievarianten zum Einsatz kommen, musste ich mich für ein Mittelding entscheiden. Zugute kommt mir dabei, dass sich seit diesem Jahr die Autos nur noch leicht an Front und Heckpartie unterscheiden. Der Rohbau steht, verwendet wurden Fußbodenplatten. Man erkennt deutlich noch die Rastermaße an den Spanten. Vorn ist auch schon die erste Styroporplatte zum Auffüllen der Form zurecht gesägt
30. Mai 2003
Nach dem Auffüllen des Rohbaus mit Styropor, hat die Form nun den ersten Spachtelauftrag bekommen. Jetzt gehts ans ewige Schleifen und Spachteln. Zum Einsatz kommt Zellulosespachtel. Zur Zeit suche ich noch nach einer sicheren Variante die fertige Karosse leicht und unbeschadet von der Form zu lösen.
15. Juli 2003
Endlich ist es so weit, die Glasfasermatten, Harz und Härter, sowie das Trennmittel sind eingetroffen. Zur Vorbereitung hab ich die Form mit einer Lackschicht versehen, damit das Trennmittel nicht vom Gips aufgesaugt wird.
4. August 2003
2kg auf 1,63m - der erste geschnittene Rohling ist endlich fertig! Das Trennmittel hat auf ganzer Linie versagt, so das ich fast die komplette Form opfern musste und damit wochenlange Arbeit umsonst war. Der Vorderbau ist durch die hoch ausgeschnittenen Radhäuser unerwartet instabil geworden, mit den kleinen Resten Glasseide und einem Kunstgriff lies sich das Problem aber abstellen: direkt in den sensiblen Bereich oberhalb der Radhäuser hab ich in die Karosse jeweils einen Strohhalm nachträglich einlaminiert der wiederum das GFK in eine Art Längsträgerform zwingt und die nötige Steifigkeit zur Folge hat.
14. August 2003

Die Grundierung im typischen "Daytona-Testing"-Grau offenbart schonungslos alle Fehler beim Formenbau. Speziell der Dachbereich mit den daraus resultierenden Seitenfensterformen, der Vorderbau im Bereich Radhäuser sowie kleinere Asymmetrien. Alles in allem konnte ich aber wertvolle Erfahrungen sammeln und in den nächsten Wochen geht es nun an den Chassisbau.
21.Januar 2004
Der Gitterrohrrahmen ist fertig geschweisst und hier noch unbehandelt zu sehen. Verbaut sind 7,50m Stahlrohr in 15 und 16mm Durchmesser. Als nächstes wird die Chassisplatte mit dem Rahmen verbunden um die Achsen anzupassen und zu installieren.
28.März 2004
Es geht langsam voran, aber es geht voran! Gestern sind wichtige Aluträgerprofile für das Chassis fertig geworden. Im Heckbereich bilden sie die Stoßdämpferaufnahme und verbinden Aufpralldämpfer, Rohrrahmen und Chassisplatte. Vorn werden die Dreieckslenker der Vorderachse mit den Längsträgerprofilen verbunden. Des weitern werden die Flanken mit ähnlichen Trägern versehen und bilden dann mit den zentralen Profilen im Verbund ein hoffentlich stabiles Chassis.
09.April 2004
Das Chassis ist im Groben fertig und besteht nun aus einer eher ungünstigen Mischung von Alu, Stahl und MDF. Der nächste Schritt wäre der Bau und die Installation der Achsen. Bereits jetzt ergibt sich ein relativ hohes Gesamtgewicht, hoffen wir mal, dass das die Kupplung verkraftet!
29.Juli 2004

Die Vorderachse ist als erste Baugruppe im Chassis installiert, ist recht stabil ausgelegt und läßt alle nötigen Achseinstellungen wie Spur (Spurstange fehlt noch), Sturz und Nachlauf zu. Die Dämpfer/Federeinheiten sind erst gegen Ende Fertigstellung des Fahrzeuges einsetzbar, da deren Konfiguration stark vom Eigengewicht des Prototypen abhängig ist. Die Vorderachse ist 4fach gelagert und die Anlenkung besteht aus 8 Silentbuchsen.
17.September 2004

Heute vorab die installierte Hinterachse, sie ist mit großen Kugelköpfen angelenkt und 2fach kugelgelagert. Die Auslegung ist, dem Original entsprechend, starr und im Prototyp vorerst ohne Differenzial. Weiterhin fehlen noch die Stabilisatoren, sowie die Kraftübertragung und Bremse. Die Einstellmöglichkeiten sind sehr beschränkt und werden hauptsächlich über die Dämpfer/Federeinheiten erfolgen.
23.März 2005
Es geht weiter mit der Vorderachse, die Dämpfer/Federeinheiten sind installiert. Am schwierigsten ist es laienhaft die auftretenden Lasten anzunehmen, so das ich eigentlich davon ausgehen muss, noch diverse Änderungen an lastrelevanten Aufnahmepunkten vorzunehmen. Die im Ovalsport üblichen asymetrischen Achsgeometrien lassen sich nunmehr schön voreinstellen. Neben unterschiedlichen Federraten ist der Sturz mit jeweils 1° positiv links und negativ rechts (in Fahrtrichtung) bei großzügigen Nachlaufwerten eingestellt. Spur vorerst null. Das Gewicht liegt derzeit bei 24,8 kg ohne Karosse.
2.Juni 2005
Die Rad/Reifenkombinationen sind fertiggestellt und einsatzbereit. Die Felgen sind mit Hilfe einer umgebauten Brotschneidemaschine lackiert worden, für die Schriftzüge auf den Reifen wurde zur Aufbringung mittels einfacher Sprühfarbe eine Schablone angefertigt.
21.Juni 2005
In Vorbereitung der Schleif und Lackierarbeiten sind alle Verglasungen angepasst und probehalber eingebracht worden. Der Heckspoiler ist montiert und die Lufteinlässe am Bug sind geschnitten.
16.September 2005
Einfache Belastungstests offenbarten leider einen Konstruktionsfehler an der Vorderachse. Nach reichlichem Kopfzerbrechen mußte ich mich für den Prototypen schweren Herzens von der Doppeldreieckslenkerachse (double wishbone) verabschieden und zu einer Version nach Mc Pherson Bauart wechseln.
23.Juli 2006
Rear axle – installed. Die eingebaute Hinterachse läßt sich schwierig im Bild darstellen, die aufzunehmenden Lasten werden hauptsächlich über das zentrale Mittelprofil ins Chassis geleitet. Im Hintergrund erkennt man die Abstützung der Achse per Panhardstab. Auf der Achse selber erkennt man noch das Ritzel, auf der linken Seite ergibt sich genügend Platz für ein Bremsscheibe. Das komplette Chassis präsentiere ich mit dem aktuellem Gesamtgewicht in einer Woche!
27.Juli 2006


Cassis frame - overview. Wie angekündigt heute das komplette Chassis in der aktuellen Ausbaustufe. Gesamtgewicht 38kg, mit komplettierter Karosse geschätzte 42kg, so das ich im fahrbereiten Zustand von über 50kg ausgehen muss. Neben der Steuerung fehlen noch Luftfilter und die Auspuffanlage.
28.Oktober 2006
White Flag - Prototyp Paint Scheme. In Vorbereitung der ersten Probefahrt habe ich die Karosse des Prototypen gestaltet. Vorbild war Jimmy Johnsons #48 Lowe´s Chevy, eingesetzt von Hendrik Motorsports zu Zeiten des Winston Cups. Alle steuerungsrelevanten Bauteile sind einsatzbereit. Wenn alles planmäßig verläuft, findet das erste Roll Out noch 2006 statt.
10. Januar 2007
All systems run / preparations for the first roll-out. Die Technik steht und funktioniert gut, was folgt sind noch umfangreiche Einstellarbeiten an Motor, Achsgeometrie u.ä.. Die Freigabe zur Streckennutzung liegt vor und so sollte es in Abhängigkeit des Wetters bald zum ersten echten Test kommen. Ich rechne jedoch mit Überaschungen und stelle deshalb keine überzogenen Erwartungen an den Prototypen auf, mit einer sauberen Runde im Oval wäre ich voll zufrieden. Die Radioplatte macht noch einen recht caotischen Eindruck, die saubere Installation aller steuerungsrelevanten Baugruppen erfolgt in den nächsten Tagen. Für die Lenkung kommt ein stark übersetzter Powerservo mit 288 Nm Stellkraft zum Einsatz. Der Lenkeinschlag beträgt damit nur wenige Grad.
17.Februar 2007
Engine testing run - heute in Vorbereitung des Roll Outs das einsatzbereite Chassis bei einem ersten Motorcheck. Erkennbare Veränderungen sind neben Auspuff, Luftfilter und Radioplatte, die mit Empfänger und main-switch bestückte Armaturentafel. Der Motor läuft ungedämpft recht gut. Probleme gab es nur mit der Kupplung und der Kettenspannrolle, die entsprechende Nacharbeiten erfordern.
31. März 2007
First roll-out - Im Mittelpunkt der StockStoneChallenge stand nicht die Entwicklung eines Highendmodells, sondern vielmehr die Frage ob es möglich wäre, mit einfachsten Mitteln ein Stockcar RC Modellfahrzeug in ungewöhnlichen Dimensionen zu erstellen. Diese Frage ist nach dem ersten Testlauf noch nicht vollständig beantwortet, aber fast. Es gab beim heutigen roll-out unerwartet wenige Probleme, daß Auto fühlt sich gut an, einzig die überlastete Bordelektrik verhinderte weitere Testläufe. Nach Installation eines Generators und einer größeren Batterie, sowie Änderung der Übersetzung sollen weitere Tests folgen.
15. Mai 2007

2nd roll-out, test row handicap, cause home base infield preparations – aufgrund von Baumaßnahmen am Infield meiner Heimstrecke, konnte das 2. Roll Out leider nicht stattfinden. Die dafür notwendige temporär aufgeschüttete Baumaschienenzufahrt, sowie die behinderte Streckeneinsicht (Abraumhügel) zwingen mich die Testreihe zu unterbrechen. Parallel dazu bemühe ich mich um die Akquirierung einer Alternativbahn.
26. August 2007
home base: cancelation of use license - 2nd roll-out on september 10th at airfield grossenhain. Nach Abschluss der Umbaumaßnahmen im Infield meiner "Homebase", wurde mir leider die Nutzungsfreigabe entzogen. Glücklicherweise konnte ich eine Ausweichstrecke mit dem Verkehrslandeplatz Großenhain für einen weiteren Testlauf gewinnen. Die Testfahrt ist abhängig vom Wetter für den 10.September auf einem 60x600m großem Teilstück der Rollbahn geplant (zum Betrachten, kopiere die Koordinaten 51°18'21.17" 13°33'13.13" in die Adressleiste eines Satelitenbildprogramms).
14. Oktober 2007 - Entstehung Prototyp, 2nd roll-out
2nd roll-out at speed skate track Dresden. Gestern fand der 2. Testlauf im Ostragehege Dresden – mehr oder weniger – statt (zum Betrachten, kopiere die Koordinaten 51°3'46.03" 13°43'28.60" in die Adressleiste eines Satelitenbildprogramms). Leider konnte ich dabei mein Minimalziel von einer gefahrenen Runde noch nicht erreichen. Positiv bleibt festzuhalten, dass die Probleme mit der Bordspannung behoben sind. Im Ergebnis der 3stündigen Testsitzung ist nun die Anlenkung der Vorderachse umzubauen, da sich die Variante mit Zwischenlenkhebel speziell bei Kurven mit 0° Überhöhung nicht bewährt hat. Ein herzliches Dankeschön an die Eigentümer und Verwalter der Strecke, sowie meine vielen Helfer von gestern! ).